- Was ist Cal-Mag und warum ist es wichtig?
- Funktionen von Calcium und Magnesium im Detail
- Mangelbilder erkennen – Symptome und Differentialdiagnose
- Die häufigsten Ursachen für Cal-Mag-Mangel
- Wasserwerte verstehen: dH, EC, ppm und mg/L
- Dosierung nach Wachstumsphase und Substrat
- Cal-Mag selbst berechnen – Schritt für Schritt
- Anwendung: Wurzel- vs. Blattdüngung
- Nährstoff-Wechselwirkungen und pH-Lockout
- Cal-Mag selbst herstellen – die Calcinit-Bittersalz-Methode
- Die 7 häufigsten Fehler beim Cal-Mag-Einsatz
- Troubleshooting: akuten Mangel beheben
- FAQ – die wichtigsten Fragen kurz beantwortet
Was ist Cal-Mag und warum ist es wichtig?
Cal-Mag ist die Kurzform für Calcium-Magnesium-Dünger – eine Zusatzlösung, die zwei essenzielle sekundäre Makronährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis liefert. Während die NPK-Hauptnährstoffe (Stickstoff, Phosphor, Kalium) in den meisten Standard-Düngern bereits enthalten sind, kommen Calcium und Magnesium oft zu kurz – besonders bei weichem Leitungswasser, Osmose-Wasser, Coco-Substraten und reiner Hydroponik.
Gerade bei Cannabis macht sich ein Cal-Mag-Mangel schnell bemerkbar: verkrüppeltes Neuwachstum, gelbe ältere Blätter, schwache Stängel und am Ende reduzierte Blütenqualität. Das Tückische daran: Viele dieser Symptome werden mit anderen Nährstoffmängeln verwechselt, was zu falschen Korrekturen und noch größeren Problemen führt.
Funktionen von Calcium und Magnesium im Detail
Was Calcium in der Pflanze leistet
Calcium ist ein immobiler Nährstoff – das heißt: Einmal in ein Blatt eingelagert, kann die Pflanze es nicht mehr in andere Pflanzenteile verschieben. Deshalb zeigen sich Mangelerscheinungen immer zuerst im Neuwachstum. Im Detail erfüllt Calcium folgende Aufgaben:
- Zellwandbildung: Calcium ist Hauptbaustein der Mittellamelle zwischen den Zellen. Stabile Zellwände bedeuten kräftige Stängel, robuste Triebe und Schutz vor pathogenen Pilzen wie Botrytis.
- Wurzelentwicklung: Wachsende Wurzelspitzen brauchen kontinuierlich Calcium für die Zellteilung. Calciummangel führt zu kurzen, gestauchten Wurzeln.
- Stresstoleranz: Calcium hilft der Pflanze, mit Hitze, Trockenheit und osmotischem Stress klarzukommen. Es ist außerdem an der Signalübertragung bei Schädlingsbefall beteiligt.
- Nährstofftransport: Calcium fördert die Aufnahme von Stickstoff und Kalium durch die Wurzeln und reguliert deren Verteilung.
Was Magnesium in der Pflanze leistet
Magnesium ist im Gegensatz zu Calcium mobil – die Pflanze verlagert es bei Bedarf aus älteren Blättern in junge Triebe. Deshalb zeigen sich Magnesiummangel-Symptome zuerst an den unteren, älteren Blättern. Magnesium übernimmt diese Schlüsselrollen:
- Chlorophyll-Zentrum: Im Zentrum jedes Chlorophyll-Moleküls sitzt ein Magnesium-Atom. Ohne Magnesium keine Photosynthese – so simpel ist die Gleichung.
- Enzym-Aktivierung: Über 300 enzymatische Reaktionen in der Pflanze benötigen Magnesium als Cofaktor, darunter zentrale Schritte der Energiegewinnung.
- ATP-Stabilisierung: Magnesium bindet an ATP – den Energieträger der Zelle – und ermöglicht damit Energietransfer und Phosphorylierung.
- Kohlenhydrat-Synthese: Zucker- und Stärkeproduktion läuft ohne ausreichend Magnesium nur eingeschränkt ab.
Mangelbilder erkennen – Symptome und Differentialdiagnose
Cal-Mag-Mangel und andere Nährstoffprobleme sehen sich oft täuschend ähnlich. Die folgende Tabelle hilft dir, die typischen Symptome richtig zuzuordnen:
| Element | Wo zuerst sichtbar? | Frühe Symptome | Späte Symptome |
|---|---|---|---|
| Calcium | Junges Blatt / Neuwachstum / Triebspitzen | Verformte neue Blätter, kleine rostbraune Flecken auf jungen Blättern, krause Blattränder | Absterbende Triebspitzen, brüchige Stängel, schwache Wurzeln, Blütenendfäule, anfällig für Botrytis |
| Magnesium | Ältere, untere Blätter | Aufhellung zwischen den Blattadern (Interveinalchlorose), Blattadern bleiben deutlich grün | Stark gelbe Blätter mit grünem Adernetz, braune nekrotische Flecken, Blätter fallen ab |
Differentialdiagnose: Calciummangel oder doch etwas anderes?
Bevor du zum Cal-Mag-Dünger greifst, solltest du andere Ursachen ausschließen. Folgende Probleme werden häufig mit Calcium- oder Magnesiummangel verwechselt:
| Symptom | Mögliche Ursache | Wie unterscheiden? |
|---|---|---|
| Gelbe Blätter mit grünen Adern | Mg-Mangel oder Eisenmangel (Fe) | Mg betrifft alte Blätter, Fe betrifft junge Blätter |
| Braune Blattspitzen / Blattränder | Ca-Mangel, Überdüngung (Nährstoffbrand) oder Hitzestress | EC-Wert prüfen: zu hoch deutet auf Brand, zu niedrig auf Ca-Mangel |
| Verformtes Neuwachstum | Ca-Mangel, Borax-Mangel oder Schädlingsbefall | Lupe nutzen: Spinnmilben sichtbar? Triebspitze prüfen. |
| Allgemein blasse Pflanze | Stickstoffmangel oder pH-Lockout | pH-Wert messen, dann EC checken |
| Lokale rostbraune Punkte | Ca-Mangel oder Kalium-Mangel | Position prüfen: junge Blätter = Ca, alte Blätter = K |
Die häufigsten Ursachen für Cal-Mag-Mangel
Wenn du verstehst, warum ein Mangel überhaupt auftritt, kannst du ihn gezielt verhindern statt nur Symptome zu bekämpfen. Diese Faktoren sind die Hauptverdächtigen:
1. Weiches Leitungswasser
Wasser unter 4 °dH (Grad deutscher Härte) enthält wenig Calcium und Magnesium. In Regionen mit weichem Wasser ist Cal-Mag-Supplementierung praktisch Pflicht – besonders bei Coco und Hydro.
2. Osmose- oder destilliertes Wasser
Reverse-Osmose-Anlagen entfernen nahezu alle Mineralien. Wer mit RO-Wasser gießt, muss alle Nährstoffe inklusive Cal-Mag von Grund auf zugeben.
3. Coco-Substrat
Kokosfasern haben eine hohe Kationenaustauschkapazität und binden Calcium und Magnesium aktiv an sich. Dadurch steht den Wurzeln weniger zur Verfügung – Cal-Mag ist im Coco fast immer notwendig.
4. Hydroponische Systeme
Im reinen Wassersystem gibt es keine Pufferung durch Substrat. Nährstoffschwankungen schlagen sofort durch, was Cal-Mag-Defizite besonders schnell sichtbar macht.
5. Starke LED-Beleuchtung
Moderne Vollspektrum-LEDs erhöhen die Photosynthese-Rate erheblich – und damit den Magnesiumbedarf. Unter intensivem LED-Licht ist Mg-Mangel weit häufiger als unter klassischen NDL-Lampen.
6. Falscher pH-Wert
In Erde liegt der optimale pH-Bereich bei 6,2 bis 6,8, in Coco/Hydro bei 5,8 bis 6,2. Außerhalb dieser Spanne werden Ca und Mg blockiert, auch wenn sie chemisch vorhanden sind.
7. Kalium-Überschuss
Zu viel Kalium (häufig durch übermäßigen Blütedünger) verdrängt Magnesium an der Wurzel. Das Verhältnis muss stimmen, nicht nur die Menge.
8. Zu saures Substrat
Bei pH-Werten unter 6,0 in Erde wird Calcium kaum noch aufgenommen. Dolomitkalk oder Aufkalken hilft mittelfristig.
Wasserwerte verstehen: dH, EC, ppm und mg/L
Bevor du dosieren kannst, musst du wissen, was schon im Wasser ist. Die meisten Wasserversorger veröffentlichen die Härtedaten online – einfach Postleitzahl plus „Wasserhärte“ googeln. Hier die wichtigsten Begriffe und ihre Umrechnung:
| Einheit | Was sie misst | Umrechnung / Praxiswert |
|---|---|---|
| °dH | Gesamthärte (Ca + Mg) in deutscher Härte | 1 °dH ≈ 7,14 mg/L Calcium oder 4,3 mg/L Magnesium |
| EC (mS/cm) | Elektrische Leitfähigkeit – Indikator für Gesamtsalzgehalt | Reines Gießwasser idealerweise unter 0,4 mS/cm |
| ppm | Parts per million (Teile pro Million) | 1 ppm ≈ 1 mg/L; EC × 500 oder × 700 (je nach Skala) |
| mg/L | Massenkonzentration einzelner Elemente | Direkt vom Wasserwerk ablesbar |
Wasserhärte einordnen
| Härtebereich | °dH | Cal-Mag-Empfehlung |
|---|---|---|
| Sehr weich | 0 – 4 | Cal-Mag bei jeder Bewässerung notwendig |
| Weich | 4 – 8 | Cal-Mag in Coco/Hydro empfohlen, in Erde optional |
| Mittel | 8 – 14 | Meist ausreichend, nur bei Mangelsymptomen ergänzen |
| Hart | 14 – 21 | Selten Cal-Mag nötig, eher pH-Senkung beachten |
| Sehr hart | über 21 | Kein Cal-Mag, ggf. mit Osmose-Wasser verschneiden |
Dosierung nach Wachstumsphase und Substrat
Der Cal-Mag-Bedarf einer Cannabispflanze ist nicht konstant – er steigt mit dem Wachstum und erreicht in den ersten Blütewochen seinen Höhepunkt. Diese Werte bilden die Aufnahmemenge ab, die im Wurzelraum ankommen sollte:
| Wachstumsphase | Calcium-Zielwert | Magnesium-Zielwert | Verhältnis Ca:Mg |
|---|---|---|---|
| Keimung / Sämling | 40 – 60 mg/L | 15 – 25 mg/L | 3:1 |
| Vegetative Phase | 80 – 100 mg/L | 30 – 50 mg/L | 3:1 bis 2:1 |
| Frühe Blüte (Stretch) | 100 – 120 mg/L | 40 – 60 mg/L | 2:1 bis 3:1 |
| Mittlere Blüte | 100 – 120 mg/L | 50 – 60 mg/L | 2:1 |
| Späte Blüte / Reife | 80 – 100 mg/L | 40 – 50 mg/L | 2:1 |
| Spülphase (Flush) | 0 – minimal | 0 – minimal | – |
Praxisdosierung handelsüblicher Cal-Mag-Produkte
Die meisten am Markt erhältlichen Cal-Mag-Lösungen sind so konzentriert, dass folgende Faustregeln gelten – die exakte Dosierung steht aber immer auf dem Etikett des Herstellers:
Erdkultur
Nur bei sichtbarem Mangel oder sehr weichem Wasser zugeben. Vorbeugend reicht 1 bis 2 Mal pro Woche.
- Vorbeugend: 0,5 ml/L
- Bei Mangel: 1 – 2 ml/L
- Akut: 2 – 3 ml/L kurzfristig
Coco-Kultur
Coco bindet Ca und Mg aktiv. Konstante Versorgung bei jeder Bewässerung ist Standard.
- Standard: 0,5 – 1 ml/L
- Mit RO-Wasser: 1 – 1,5 ml/L
- Bei Mg-Mangel: bis 2 ml/L
Hydroponik
Cal-Mag gehört in jeden Reservoir-Mix. EC und pH müssen permanent überwacht werden.
- Tank-Standard: 0,5 – 1 ml/L
- Reines RO-Wasser: 1 – 2 ml/L
- Bei DWC: kontinuierlich
Cal-Mag selbst berechnen – Schritt für Schritt
Statt blind nach Hersteller-Empfehlung zu dosieren, kannst du den exakten Bedarf in vier Schritten ausrechnen. Beispielrechnung für die Blütephase:
Wasserwerte ermitteln
Auf der Webseite deines Wasserversorgers findest du die exakten Werte. Beispielwerte:
- Calcium im Leitungswasser: 45 mg/L
- Magnesium im Leitungswasser: 13 mg/L
Zielwerte festlegen
Aus der Phasen-Tabelle für mittlere Blüte:
- Calcium-Ziel: 100 mg/L
- Magnesium-Ziel: 50 mg/L
Differenz berechnen
Was im Wasser fehlt:
- Calcium: 100 − 45 = 55 mg/L fehlen
- Magnesium: 50 − 13 = 37 mg/L fehlen
Cal-Mag-Menge bestimmen
Etikett des Cal-Mag-Produkts prüfen: Wie viel Ca und Mg sind pro Milliliter enthalten? Differenz durch Konzentration teilen ergibt die Dosierung pro Liter Gießwasser.
Anwendung: Wurzel- vs. Blattdüngung
Wurzeldüngung (Standardweg)
Die klassische Methode: Cal-Mag wird ins Gießwasser gemischt und über die Wurzeln aufgenommen. Wichtig dabei:
- Reihenfolge: Cal-Mag immer als erstes ins Wasser, danach erst die anderen Nährstoffe. Das verhindert chemische Reaktionen mit Phosphaten oder Sulfaten.
- Gut umrühren: Mindestens 30 Sekunden mischen, bevor andere Komponenten dazukommen.
- pH zuletzt: Erst alle Nährstoffe einrühren, dann pH-Wert messen und justieren – nicht umgekehrt.
- EC kontrollieren: Nach dem Mischen sollte der Gesamt-EC zur Wachstumsphase passen (Veg ca. 1,2 – 1,6, Blüte ca. 1,6 – 2,2 mS/cm).
Blattdüngung (foliar feeding)
Bei akuten Mängeln wirkt Blattdüngung deutlich schneller als die Wurzelaufnahme – oft sind erste Verbesserungen schon nach 24 bis 48 Stunden sichtbar. Anleitung:
- Cal-Mag mit destilliertem Wasser oder weichem Wasser mischen, etwa 2 bis 3 ml pro Liter.
- pH der Lösung auf 6,0 bis 6,2 einstellen.
- Mit feinem Sprüher die Blattunterseiten benetzen – dort sitzen die Spaltöffnungen.
- Niemals bei direkter Sonneneinstrahlung sprühen (Verbrennungsgefahr durch Linseneffekt).
- Idealerweise früh morgens oder abends bei ausgeschalteter Beleuchtung.
- In der Blütephase nach Woche 4 keine Blattdüngung mehr – Risiko für Schimmel an den Blüten.
Nährstoff-Wechselwirkungen und pH-Lockout
Calcium und Magnesium stehen in einem komplexen Geflecht aus antagonistischen und synergistischen Beziehungen mit anderen Nährstoffen. Wer das Zusammenspiel versteht, vermeidet die häufigsten Folgeprobleme.
| Wechselwirkung | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Zu viel Kalium (K) ↔ Magnesium | K verdrängt Mg an den Wurzelaufnahmestellen → Mg-Mangel trotz ausreichender Versorgung | Bloom-Dünger reduzieren oder Mg gezielt ergänzen |
| Zu viel Calcium ↔ Magnesium / Kalium | Beide werden blockiert, Pflanze zeigt Mischsymptome | Verhältnis Ca:Mg auf 2:1 bis 3:1 einhalten |
| Hoher Natrium-Gehalt (Na) | Konkurriert mit Ca an der Wurzel, häufig bei Brunnenwasser | Wasseranalyse, ggf. mit Osmose-Wasser verschneiden |
| pH zu niedrig (unter 5,5) | Ca und Mg werden chemisch unverfügbar (Lockout) | pH-Up zugeben, Substrat ggf. spülen |
| pH zu hoch (über 7,0 in Hydro) | Eisen, Mangan, Zink fallen aus – sekundäre Mängel | pH-Down einsetzen, regelmäßig kontrollieren |
| Phosphor-Überschuss | Bildet unlösliche Calcium-Phosphate, Ca wird festgelegt | Bloom-Booster nicht überdosieren |
pH-Lockout im Detail
Calcium und Magnesium werden in unterschiedlichen pH-Bereichen optimal aufgenommen. Diese Übersicht zeigt dir die idealen Zonen:
| Substrat | pH für Ca optimal | pH für Mg optimal | Empfohlene Spanne |
|---|---|---|---|
| Erde | 6,2 – 7,0 | 6,5 – 7,0 | 6,2 – 6,8 |
| Coco | 5,8 – 6,3 | 6,0 – 6,3 | 5,8 – 6,2 |
| Hydroponik | 5,8 – 6,2 | 5,8 – 6,3 | 5,8 – 6,2 |
Cal-Mag selbst herstellen – die Calcinit-Bittersalz-Methode
Wer mehrfach im Jahr growt, kann sich Cal-Mag aus Grundkomponenten selbst zusammenmischen. Die beiden gängigsten Bausteine sind Calcinit (Calciumnitrat) und Bittersalz (Magnesiumsulfat-Heptahydrat). Das spart auf Dauer Geld und ist exakt dosierbar.
Was du brauchst
- Calcinit (Calciumnitrat-Tetrahydrat, ca. 19 % Ca, 15,5 % N – Gartenfachhandel)
- Bittersalz (Magnesiumsulfat-Heptahydrat, ca. 9,8 % Mg – Apotheke oder Gartenhandel)
- Zwei separate Behälter (Stammlösung A und B)
- Feinwaage (0,1 g Auflösung)
- Destilliertes oder Osmose-Wasser
Stammlösungen ansetzen
Diese Konzentration ist ein praktischer Richtwert – stärkere Lösungen neigen zur Auskristallisation:
- Stammlösung A (Calcium): 100 g Calcinit auf 1 Liter destilliertes Wasser → 1 ml liefert ca. 19 mg Calcium
- Stammlösung B (Magnesium): 100 g Bittersalz auf 1 Liter destilliertes Wasser → 1 ml liefert ca. 9,8 mg Magnesium
Anwendung
- Beide Lösungen kühl, dunkel und beschriftet lagern (Haltbarkeit mehrere Monate).
- Erst Stammlösung A ins Gießwasser geben, gut umrühren.
- Dann Stammlösung B zugeben und erneut rühren.
- EC-Wert kontrollieren, dann andere Nährstoffe ergänzen.
- pH zuletzt einstellen.
Die 7 häufigsten Fehler beim Cal-Mag-Einsatz
1. Cal-Mag bei hartem Wasser geben
Wer auf hartem Leitungswasser pauschal Cal-Mag draufpackt, riskiert Überdüngung und pH-Anstieg. Erst Wasserwerte prüfen, dann entscheiden.
2. Symptome ohne pH-Check „behandeln“
Über die Hälfte aller vermeintlichen Cal-Mag-Mängel sind in Wahrheit pH-Lockouts. Immer erst pH messen.
3. Reihenfolge im Mischtank ignorieren
Cal-Mag gehört zuerst ins Wasser. Werden Phosphate oder Sulfate vorher zugegeben, fallen unlösliche Salze aus.
4. Durchgehend hochdosieren
Der Mg-Bedarf steigt zwar in der Blüte, aber permanente Maximaldosen führen zu EC-Stress und Salzansammlung.
5. Blattdüngung in die späte Blüte
Sprühen ab Woche 4 der Blüte erhöht das Botrytis-Risiko massiv. Spätestens dann ausschließlich über die Wurzel düngen.
6. Cal-Mag mit Bio-Düngern mischen
Manche organische Dünger sind mit Cal-Mag-Zusätzen unverträglich. Immer einzeln testen oder Bio-Linien ohne Zusatz nutzen.
7. Falsche Wasserquelle nutzen
Brunnenwasser kann hohe Natriumwerte enthalten, die Calcium aktiv blockieren. Eine Wasseranalyse vor dem ersten Grow lohnt sich.
8. EC nicht überwachen
Ein EC-Meter kostet wenig und verhindert die meisten Düngeprobleme. Wer ohne EC misst, fliegt blind.
Troubleshooting: akuten Mangel beheben
Wenn deine Pflanze deutliche Mangelsymptome zeigt, hilft dieses bewährte Vorgehen schrittweise weiter:
Diagnose absichern
Befindet sich der Schaden an jungen oder alten Blättern? Junges Blatt = Calcium, altes Blatt = Magnesium. Foto machen, gut beleuchtet, beide Blattseiten.
pH und EC messen
Ablaufwasser (Run-off) auffangen und beides prüfen. Bei pH unter 5,8 oder über 6,8 (in Erde) ist die Korrektur des pH-Werts wichtiger als jede Düngezugabe.
Substrat spülen (bei Lockout)
Mit pH-korrigiertem Wasser (1,5- bis 2-faches Topfvolumen) spülen, um Salzansammlungen zu lösen. EC im Ablauf kontrollieren.
Cal-Mag gezielt zuführen
Nach dem Spülen mit moderater Cal-Mag-Dosis (1 – 1,5 ml/L) bei korrektem pH-Wert wieder einschleichen.
Blattdüngung als Booster
Sofern noch in der vegetativen Phase oder maximal in den ersten Blütewochen: Sprühlösung mit 2 ml/L Cal-Mag, abends, auf die Blattunterseiten.
5 Tage abwarten
Beschädigte Blätter erholen sich nicht – das Neuwachstum aber sehr wohl. Wenn neue Blätter gesund nachwachsen, war die Korrektur erfolgreich.
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Wer Cal-Mag-Probleme nachhaltig lösen will, braucht das passende Setup: vom richtigen Saatgut über stabile Beleuchtung bis hin zum Substrat. In unserem Shop findest du eine Auswahl, die zu jedem Grow-Stil passt.
FAQ – die wichtigsten Fragen kurz beantwortet
Brauche ich Cal-Mag bei jedem Grow?
Nein. Bei mittelhartem Leitungswasser (8 – 14 °dH) und Erdkultur deckt das Wasser meist den Bedarf. Pflicht wird Cal-Mag dagegen bei weichem Wasser, Osmose-Wasser, Coco-Substrat und Hydroponik.
Wie erkenne ich, ob mein Wasser hart oder weich ist?
Auf der Webseite deines örtlichen Wasserversorgers findest du die genauen Werte – meist als °dH oder mg/L Calcium. Alternativ liefern Wasserteststreifen aus dem Aquaristik- oder Gartenfachhandel eine schnelle Orientierung.
Kann ich Cal-Mag zusammen mit anderen Düngern mischen?
Ja, aber nur in der richtigen Reihenfolge. Cal-Mag immer als Erstes ins Wasser, dann gut umrühren, danach erst Phosphat- und Schwefel-haltige Dünger. Niemals konzentriertes Calciumnitrat direkt mit Bittersalz oder Phosphat-Stammlösungen mischen – das fällt aus.
Mein Wasser ist hart – brauche ich trotzdem Magnesium?
Hartes Wasser enthält oft viel Calcium, aber relativ wenig Magnesium. Wenn du Mg-Mangelsymptome an älteren Blättern siehst, kann gezieltes Bittersalz (Magnesiumsulfat) die Lösung sein – ohne weiteres Calcium zuzuführen.
Wann tritt Cal-Mag-Mangel am häufigsten auf?
In den ersten drei bis vier Wochen der Blüte – wenn die Pflanze stretcht und der Nährstoffbedarf rapide steigt. Auch unter starken LED-Lampen mit hohem PAR-Wert ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht.
Kann ich zu viel Cal-Mag geben?
Ja. Eine Überdosierung erhöht den EC-Wert, kann den pH nach oben treiben und blockiert die Aufnahme von Kalium und anderen Nährstoffen. Erste Anzeichen sind sehr dunkelgrüne Blätter mit braunen Spitzen.
Hilft Dolomitkalk als Cal-Mag-Ersatz?
Bei Erdkultur ja – Dolomitkalk liefert Calcium und Magnesium gleichzeitig und puffert zusätzlich den pH-Wert. Die Wirkung setzt allerdings erst nach 1 bis 2 Wochen ein. Für Coco und Hydro ist Dolomitkalk nicht geeignet.
Welcher pH-Wert ist optimal für die Cal-Mag-Aufnahme?
In Erde 6,2 bis 6,8 (Calcium nimmt die Pflanze besonders gut bei 6,5 auf, Magnesium bei 6,5 bis 7,0). In Coco und Hydroponik 5,8 bis 6,2. Außerhalb dieser Spanne kann die Pflanze beide Nährstoffe nicht effizient aufnehmen.
Wie verhält sich das Verhältnis Ca:Mg ideal?
Das ideale Verhältnis liegt zwischen 3:1 und 2:1 (Calcium zu Magnesium). Unter starken LEDs und in der Blütephase nähert sich der Bedarf eher 2:1, weil der Mg-Verbrauch durch erhöhte Photosynthese steigt.
Brauche ich Cal-Mag auch in der Spülphase?
Nein. In den letzten 7 bis 14 Tagen vor der Ernte werden alle Düngergaben reduziert oder ganz weggelassen, damit die Pflanze gespeicherte Nährstoffe abbaut. Cal-Mag gehört in dieser Phase nicht ins Gießwasser.
Tritt Cal-Mag-Mangel bei Autoflowern häufiger auf?
Nicht grundsätzlich, aber Autoflower-Sorten haben einen kompakteren Lebenszyklus, in dem Mängel weniger Zeit haben, sich zu erholen. Eine konstante, moderate Cal-Mag-Versorgung ab der zweiten Lebenswoche zahlt sich gerade bei Auto-Strains aus.
Sind Cal-Mag-Produkte für Tomaten auch für Cannabis geeignet?
Grundsätzlich ja, denn die chemische Zusammensetzung ist vergleichbar. Allerdings sind viele Garten-Cal-Mag-Produkte für die Erdkultur ausgelegt und enthalten zusätzlich Spurenelemente, die bei Hydro nicht ideal sind. Cannabis-spezifische Produkte sind oft sauberer formuliert.
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Zum Growbedarf-ShopFazit: Cal-Mag richtig einsetzen lohnt sich
Calcium und Magnesium sind unscheinbare Nährstoffe mit enormer Hebelwirkung. Wer die eigenen Wasserwerte kennt, das richtige Substrat-Profil versteht und phasengerecht dosiert, vermeidet die meisten typischen Cannabis-Probleme. Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:
- Cal-Mag-Bedarf hängt von Wasserhärte, Substrat, Lichtquelle und Wachstumsphase ab – pauschale Dosierungen führen oft zu Überdüngung.
- Calcium-Mangel zeigt sich am Neuwachstum, Magnesium-Mangel an älteren Blättern – die Position des Schadens ist die wichtigste Diagnosehilfe.
- pH-Wert vor jeder Korrektur prüfen: Mehr als die Hälfte aller vermeintlichen Cal-Mag-Mängel sind in Wahrheit pH-Lockouts.
- Das Verhältnis Ca:Mg ist genauso wichtig wie die absoluten Mengen – Zielwerte liegen zwischen 2:1 und 3:1.
- Bei akuten Mängeln liefert Blattdüngung schnelle Verbesserung, sofern die Blütephase nicht zu weit fortgeschritten ist.
Mit dem Wissen aus diesem Guide bist du gerüstet, Cal-Mag gezielt und sparsam einzusetzen – für gesündere Pflanzen, stabilere Erträge und weniger Frust im Grow.












